Chronik

 

Ortsstrasse Nr. 161       Heute: Gasthof Weinknecht
 

 

Das bezeichnete Haus, das sich ab 1621 in den Grundbüchernverfolgen läßt bildete ein sogenanntes Halblehen. Zu ihm gehörten an Hausäckern 8 Joch, von denen je 3 Joch "Bei den Eisgrub" und im "Spitteläcker", 1 1/2 Joch in Neuberger und 1/2 Joch im Gudenfeld lagen, ferner ein Weingarten in Roböckn. Der Dienst an die Grundherrschaft Vösendorf betrug 2 Schilling. Bis zur Flurbeschreibung im Grundbuch von 1756 hatten sich die Hausäcker kaum verändert, erst 1770 kam 1/2 Joch Neonb hinzu, als die Gemeinde aufgeteilt wurde. 1840 hat das jüngste Vösendorf Herrschaftsgrundbuch Baudred und Hausgründe mit 10 Joch und den Dienst mit 15 Kreuzern beschrieben. Mit einiger Warscheinlichkeit sind die Namen von Hofbesitzern seit etwa 1584 verfolgbar. Der älteste namentlich überlieferte Hausbesitzer könnte der im Vösendorf Zechnet Puedja aus der Zeit 1584 als zehentpflichtig wegen seines Weingartens in den Haussätzen bezeichnete Hanß Heuratgud. Sein Name erscheint im gleichen Zusammenhang im Zehentverzeichnis der Grafen Ortenburg aus den Jahre 1591 durch den Bindermeister Hannß Scholz unterbrochen, der 1621 das Haus an Hannß Heuratgud und Gattin Anna verkaufte, erscheint die genannte Familie noch einmal im Besitz. Sie hatte ihn allerdings nicht lange inne, weil schon

1628

für Hannß Albrecht den Älteren und Maria eine Gewähr erteilt worden ist. Nach dem Tod des Vaters und nach Ablösung der Erbanteile seiner Mutter und Geschwister übernahmen

1659

Benedikt Albrecht, ein kaiserlicher Offizier und dessen Gattin Kunigunde das Haus. Ihr Nachfolger wurde Caspar Cronhoffer, dem aber die Herrschaft viele Zahlungsausstände wegen das Halblehen entziehen musste, Sie verkaufte danach um 181 Gulden an Hannß Schmidt und Barbara und nahm diese beiden

1668

in die Gewähr. Die Eheleute haben den Türkenkrieg von

1683

überlebt, denn noch im Grundbuch von

1701

wurden beide als Besitzer des Hauses, dessen Zerstörung zwar warscheinlich, aber grundbücherlich nicht nachweisbar ist genannt. Barbara Schmidt ist allein Anschein nach jene, die das Vösendorfer Pfarrtotenbuch, im Jahre 1684 als verstorben meldete und als "uxos Jodnnis Schmidt vineatais et yordi" - also als Gattin des Weinbauern und Gerichtsgschworenen - näher bezeichnet.

1705

wurden Mathias Pauer und Gattin Magaretha ihre Nachfolger, von denen eine Satznotiz aus dem Jahre

1706

bezeugt, dass sie damals ihr Haus an den Laxenburger Müllmeister Zacharias Kämer versetzt hatten ihn das genannten Brübiger um 100 Gulden auf 6 Jahre gegen 5 %ige Verzinsung übernommen. Aus den finanziellen Schwierigkeiten scheinen die Zeiten nicht herausgekommen zu sein, weil sie 1727 die erste und

1732

auch die andere Hälfte ihres Hauses an Anton Mauß verkauften. Um 1000 Gulden hat dieser

1745

an Eva Dorothea Holzhauser in weitergegeben. Den Hof hat

1794

Johann Ignaz Hebehauser besessen und versetzt, doch stand im Jahre,

1773

darum wieder Eva Dorothea Holzhauser im Grundbuch. Nach ihrem Tode kamen im genannten Jahr Joseph und Franz Anton Holzhauser - letzterer war damals Vösendorfer Pfarrer in die Gewähr offenbar nach Ablösung waren später Joseüh Urbald Holzhauser und Gattin Leopoldine im Besitz des Hofes.

1809

waren gelegentlich der Besetzung Vösendorfs durch magoleonische Truppen zwischen 14. Juli und 14. Oktober und dann zwischen 7. und 18. November im Haus französische Soldaten einquartiert und verpflegt worden. Dafür hat der Hausbesitzer eine Entschädigung erhalten. Antscheinend sind während dieser Okkupation modrerer Höäuser, unter anderem das Holzhauserische in Brand geraten, denn die Herrschaft Vösendorf hat danach Zwecks Verteilung an die Betroffenen vom niederösterreichischen Obereinnehmeramt eine Geldsumme bekommen. Noch

1809

ist Joseph Ubald Holzhauser gestorben. Er wurde in der Verlassenschaft als, Hausbesitzer Pfarr-Vösendorfer Grundbuchhändler er wickelte also die Grundbuchgeschäfte für die Pfarre ab bezeichnet und hat das Vösendorfer Armeninstitut zum Universstation eingesetzt. Nach Ankündigung in der Wiener Zeitung erfolgte die Lektion seiner Verlassenschaft, wobei der k.k. Hauptmann Karl Graf von Bord das Haus um 7900 Gulden zugeschlagen bekam. Schon

1810

haben der Kupferstecher Ignaz Albrecht und seine Gattin Karoline den Hof besessen. Ihnen folgten

1818

Aloisia Biller

1833

Wenzel Kluberk und Luise, geborene Freiin von Henneberg

1840

Michael und Aloisia Hofer

1852

Aloisia Hofer alleine

1862

hat die Gemeinde Vösendorf das Haus gekauft, aber

1871

an Ferdinand und Franziska Hofer weitergegeben.

1898

haben dasselbe je zur Hälfte Ferdinand Hofer Jun. und Anna besessen.

1907

war Anna Hofer Alleinbesitzerin und wurde im gleichen Jahr nach ihrer Verheiratung als Anna Wiesenthaler eingetragen.

1926

gehörte das Haus Franz Weselthaler,

1929

nach Kauf Heinrich Stocker

1935

ist Aloisia Stocker eingeantwortet worden. Seit

1961

stehen Joseph und Aloisia Weinknecht, die hier seit 1954 die Gastwirtschaft führen gemeinsam im Grundbuch. Seit 2007 fühen die Enkel, in der 3.Generation Schmidt Christian mit Ehefrau Barbara und Schwester, Fürst Claudia, geborene Weinknecht, den Gasthof.